Wie entsteht Schimmel?

In kleinen Mengen kommen Schimmelpilze überall vor. Dies ist ein unvermeidbarer Teil der Natur und ist ungefährlich. Schimmel in natürlichen Mengen kann man weder sehen noch riechen.

Wenn jedoch zu viele Schimmelpilze vorhanden sind, kann die Gesundheit von Menschen und Tieren angegriffen werden. Häufig wird ein solcher Schimmelbefall zuerst bemerkt, wenn man längere Zeit nicht zuhause war und beim Betreten eines Raumes einen muffigen Geruch wahrnimmt. Wenn sich der Schimmel weiter vermehrt, wird er meist auch sichtbar.

Um sich zu vermehren, benötigt Schimmel zwei Voraussetzungen: organische Nährstoffe (wie z. B. Tapeten und Tapetenkleister) und Feuchtigkeit.

Schimmelgefahr besteht, wenn die Feuchtigkeit der Raumluft dauerhaft über 65% liegt. Mögliche Ursachen für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit sind:

- Mangelhaftes Lüften. Durch den Atem von Menschen und Haustieren sowie durch Topfblumen, Dampfbügeleisen, Kochen, Duschen usw. wird ständig Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben, die durch regelmäßiges Lüften aus dem Haus gelangen muss. Besonders gefährdet sind „schwierige“ Räume wie fensterlose Bäder. Auch energiesparend erbaute oder sanierte Gebäude mit einer nahezu luftdichten Gebäudehülle müssen besonders sorgfältig gelüftet oder mit einer automatischen Lüftung versehen werden – früher übernahm etwa Durchzug an Türen und Fenstern diese Aufgabe.

- Wärmebrücken, d. h. einzelne kleinere Stellen, an denen Bauteile nicht ausreichend gegen die Außenluft isoliert sind. Diese Bauteile bilden die kältesten Punkte des Raumes, und die Feuchtigkeit schlägt sich dort nieder.

- Insgesamt fehlende Wärmeisolierung der Wände, bei der sich die Luftfeuchtigkeit im Raum an den kalten Wänden niederschlägt.

Eine weitere häufige Ursache für Schimmelprobleme sind feuchte Bauteile, wie z. B:

- Defekte Dächer, Dachrinnen und Fallrohre

- Defekte Wasser- oder Abwasserleitungen und Heizungsrohre

- Eindringen von Hochwasser

- Risse im Mauerwerk

- Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich (Kapillarfeuchte) und Druckwasser (Stauwasser)

- Baufeuchte in Neubauten oder nach Sanierungen: nicht ausreichend ausgetrockneter Mörtel, Putz, Estrich usw.

Besonders gefährdet sind auch Innendämmungen von Wohnräumen sowie Innenabdichtungen von Kellern, in die Luftfeuchtigkeit durch Diffusion eindringen kann.
Was tun bei Schimmelbefall?

Als erstes müssen die Ursachen für die Schimmelbildung ermittelt werden. Dies ist nicht immer einfach. Schimmel hat häufig mehr als eine Ursache, und viele der Ursachen sind nicht sichtbar.

Nachdem die Ursachen erkannt sind, müssen sie behoben werden. Zu den möglichen Maßnahmen gehören:

- Reparieren defekter Leitungen, Dachrinnen usw.

- Beseitigen von Wärmebrücken

- Erstellen oder Erneuern einer Wärmedämmung

- Erlernen des richtigen Lüftens oder Einbau einer automatischen „Zwangslüftung“

- Austrocknen feuchter Bauteile (wie etwa nach einem Wasserschaden oder bei Resten von Baufeuchte) mit dem richtigen Bautrocknungsgerät

- Abdichten der Bauteile, durch die Feuchtigkeit eindringt (an der Eindringstelle, nicht der Austrittsstelle!)

- Anlegen von Horizontalsperren bei nicht vorhandener oder defekter Wandquerschnittsabdichtung

- Verpressen von Rissen

- Fachgerechtes Anbringen von geeigneten Dampfsperren und Werkstoffen wie

Sanierputzen, silikatischen Anstrichen und Dekorputzsystemen